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Die Einfahrphase
Da an meinem Corsa letztlich ja alles neu ist, was den Motor anbelangt (Block, Kolben, Kolbenringe, Pleuel, Lagerung, usw.), habe ich dem Motor auch eine rund 1.000 Kilometer lange Einfahrphase gegönnt. Das heisst, nicht über 3.500 U/min zu geraten und auch keinen grossen Ladedruck zu fahren. Und das erfordert schon ein gehöriges Mass an Disziplin, es nicht doch noch etwas mehr "jucken zu lassen". Gerade auch wenn man weiss, dass der Kleine eigentlich noch viel mehr könnte und einem auf der Autobahn die BMWs im Nacken sitzen ;o)

Aber von Anfang an: Als Allererstes konnte ich beim ersten Umstieg auf jeden Fall feststellen, dass die 70mm Durchmesser der Auspuffanlage trotz Mittel- und Endschalldämpfer nicht gerade dezent daherkommen. Mit tiefem Gebell wird man deutlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Motor läuft ;o) Zudem kommt noch hinzu, dass es mit der Innenraumdämmung noch nicht so weit her war in den 80er Jahren. Der Umstieg von einem eher moderneren Fahrzeug auf den kleinen Corsa A ist dann schon ein kleiner Kulturschock, was die direkte Übermittlung an Fahrgeräuschen betrifft. Und das betrifft ALLE (!) Geräusche, die auftreten können. Neben den obligatorisch lauten Auspuffsound gesellen sich nämlich auch deutlich hörbare Pfeifgeräusche der Turboladerturbine, sowie das (fast schon Knall-)Geräusch beim Schalten als Entlüftungs-Quittung durch den Luftfilter hinzu. Der reine Fahrtwind oder das Abrollgeräusch der Reifen verkommt da echt zur Nebenkulisse und wird gar nicht wirklich wahrgenommen. In jedem modernen Cabrio hat man weniger Lärm um sich umzu.

Das Fahren selbst ist dann reichlich unspektakulär, denn auch mit einem Corsa Turbo kann man ganz einfach im Verkehr dahingleiten, oder durch den Stadtverkehr bummeln. Da ich auch keines dieser pervers kleinen Lenkräder verbaut habe, halten sich auch die Lenkkräfte beim Rangieren oder auch die Haltekräfte in der Kurve in vergleichsweise angenehmen Grenzen. Also alles erstmal generell vollkommen problemlos im Alltag, wenn man vom grösseren Wendekreis (wegen Radfreigang zum Getriebe) absieht ;o)

Und trotz frühem Schalten ist man auch in der Einfahrzeit nicht wirklich langsam unterwegs. Der Turbomotor produziert in Serie bei 3.500 U/min immerhin schon 100 kW an Leistung und bei geschätzten 900 Kilogramm Leergewicht geht das schon recht leichtfüssig voran. Nur spürt man beim Hochbeschleunigen schon irgendwie, dass der Motor noch viel mehr will, als schon bei 3.500 U/min den nächsthöheren Gang serviert zu bekommen. Zumal bei Tempo 150 km/h auch kein weiterer Gang mehr da ist zum Servieren.

Aber ich hab mich immer brav an die Limits gehalten!

Nach 500 Kilometern bin ich dann auch vorsichtshalber mal an eine Tankstelle gefahren, denn bei meinem 1,6er GSi war eigentlich nach 400 bis spätestens 450 Kilometern der Tank leer. Zuerst dachte ich noch, dass da vielleicht etwas nach dem Motorumbau nicht mehr stimmt mit der Tankanzeige, weil immer noch ein knappes Drittel als angeblicher Restinhalt angezeigt wurde. Doch als die Zapfsäule stoppte und nix mehr in den Tank reinging, musste ich tatsächlich nur 30 Liter bezahlen. Das heisst, ich bin 500 Kilometer mit diesen 30 Litern gefahren, was einen sagenhaften Verbrauch von nur sechs (!) Litern auf 100 Kilometer ergibt. Unfassbar!

Was sonst noch auffiel? Auf jeden Fall das lustige Pfeifen der sich hochdrehenden und wieder abtourenden Turbine aus dem Motorraum, wenn man geschaltet hatte, aber danach doch nicht saftig aufs Gaspedal tritt. Und ebenfalls beeindruckend ist die Hitzeentwicklung im doch recht beengten Corsa-Motorraum. Nach einer sommerlichen Bummelfahrt habe ich mal die Motorhaube geöffnet und wollte mich - am Schlossträger abgestützt - über den Motorraum lehnen. Aber nix da, denn brennend heiss war der Schlossträger! Keine Ahnung, ob der Lack das auf Dauer klaglos mitmacht?! Aber das wird sich ja noch zeigen...

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Meine erste Vollgasfahrt
Hölle, was schiebt der Kleine nach vorne! Gang 1 und 2 kann man getrost vergessen, absolut null Grip! Im dritten Gang mit 50-60 km/h aus der Ortschaft raus quittiert er ebenfalls mit radierenden Rädern. Bei trockener, aber nicht optimaler Strasse geben die 215er Reifen sogar noch im 4. Gang kurz nach. Kleine Zwischensprints von 80 auf 160 km/h sind genauso pervers, wie ich es mir erhofft hatte *freu*

Wenn man auf der Autobahn die typischen Vertreter-TDIs bei 210 km/h vor sich herschiebt, bis die dann endlich mal rechts rüberfahren, dann schiesst der Kleine noch sowas von fix an den Audis vorbei, dass einem Himmelangst wird. Der Corsa zieht nämlich selbst jenseits der 200 km/h noch mit einer Vehemenz an seinen "Opfern" vorbei, als wenn ich mit meinem 90 PS-Alltagskadett nen Lkw überhole. Hammer!

Und trotz all dieser Brachialität liegt der Kleine doch überraschend gut auf der Piste. Bin mal eben per Zwischensprint kurz auf 270 km/h hoch und hatte keine Probleme, obwohl es doch ziemlich windig war.

Tja, was soll ich sagen? Ist das GEIL!!!

Aber: Der Kleine ist leider auch zu schnell. Jedenfalls zu schnell für die Motorhaube. Der Umbau auf den geteilten Schlossträger ist dabei der erste Schwachpunkt, die inzwischen fehlende Strebe vorm Wasserkühler aber die deutlich heftigere Schwächung der Haubenarretierung. Bei Tempo jenseits der 200 km/h greift der Fahrtwind leider voll unter die Haube und zieht diese nach oben. Und aufgrund der fehlenden Strebe zieht es dabei den gesamten Schlossträger gleich mit nach oben (die Haube ist ja darin eingerastet). Und bei meiner Vollgasfahrt sogar so weit nach oben, dass der kleine Einrastpin des Vorface-GSi-Plastikgrills aus der unteren Stossstange rausgezogen wurde - und bei cirka Tempo 220 km/h flog der Plastikgrill dann auf und davon...

Danach hab ich mich dann nicht mehr getraut, über 150 km/h zu brettern und nur noch die Beschleunigung bzw. den fehlenden Grip ausgekostet. Werd am Wochenende auf jeden Fall (!) noch auf Haubenschlösser umbauen müssen. Geht gar nicht sonst! Das nachträgliche Wiedereinschweissen einer Strebe ist bei meinem Umbau nämlich leider nicht möglich, weil die Kühlerlüfter und der Wasserkühler im Weg wären.

 

Vollgasfahrt nach Umbau auf Haubenschlösser:

So denn, Motorhaubenschlösser sind drin und nun kann ich auch bedenkenlos durchtreten. Die Schlösser halten die Haube wirklich gnadenlos in Position. Da wackelt gar nichts mehr!

[Corsa A Haubenschloss] [Corsa A Haubenschloss] [Corsa A Haubenschloss]

Den Corsa auf Endgeschwindigkeit auszutesten, habe ich mich aber trotzdem noch nicht getraut. Bei rund 270 km/h laut Tacho hat man dann doch ordentlich Schweiss in den Handflächen ;o) Zumal die Autobahnen, auf denen ich mich in dem Tempo versucht hatte, auch nicht im besten Zustand waren. Ausserdem ist ein zusätzliches, grosses Problem halt, dass die anderen Verkehrsteilnehmer überhaupt nicht damit rechnen können, dass so ein kleiner Corsa mit über 250 km/h angeflogen kommen könnte. Also hab ich immer nur richtig Gas gegeben, wenn auch die rechte Spur vollkommen leer war. Wenn nämlich jemand auf der rechten Spur fahren sollte und nur kurz in den Rückspiegel schaut, sich dabei "Kommt ja nur nen Corsa von hinten... denkt und nach links rauszieht, dann könnte das durchaus haarig werden! Deshalb hab ich den Geschwindigkeitsbereich oberhalb der 240 km/h-Marke nur dann überschritten, wenn die rechte Spur auch vollkommen leer war.

Trotzdem konnte ich dennoch bereits die ersten Luxusschiffe amtlich zerlegen ;o) Ein 12-Zylinder VW Phaeton war dabei der lustigste, der bei einem Lkw-Duell vor meiner Nase dann hinter mir das Dichtauffahren und Drängeln anfing. Als das Lkw-Duell vor mir allerdings beendet war, der Lkw wieder einscherte und die Bahn frei wurde, hatte er hinter mir nix mehr zu melden. Beim zweiten Lkw-Duell vor meiner Nase hat er sich schon deutlich entspannter hinter mir eingeordnet, hehe...

Sorgen bereitet mir allerdings die Kühlwassertemperatur, denn diese steigt bei Tempo 250 km/h doch immer weiter nach oben, während die Temperatur dann bei Tempo 200 km/h langsam wieder abgebaut wird. Von daher wird in der Winterpause auf jeden Fall (!) noch ein dickerer Wasserkühler reinkommen.

Aber das lange Warten hat sich voll gelohnt! Geiler gehts nimmer!!

 

Fahreindrücke nach Umbau auf Differentialsperre:

So denn, die ersten 1.000 Kilometer mit Sperre sind abgespult. Und ich muss sagen: Hat sich doch gelohnt!

Der Kleine ist nun wirklich nochmal nen Tacken braver geworden, was die Spurtreue anbelangt. Man kann hervorragend aus dem 3. Gang heraus Vollgas geben, was zwar noch leichte Traktionsprobleme mit sich bringt, der Vorschub aber trotzdem gegeben ist. Mehr jedenfalls als vorher, wo er einseitig volles Rohr durchdrehte und dann längst nicht so viel Vortrieb umgesetzt werden konnte. Lenkkorrekturen braucht es jetzt eigentlich nur noch, wenn Spurrillen auf der Strasse vorhanden sind. Man kann ansonsten problemlos mit einer Hand am Lenkrad voll durchbeschleunigen.

Und Vortrieb gibt es ohne Gnade!!

Allerdings: Die Reifen vorne sind mittlerweile auch schon gut runter.... nach nur 5.000 Kilometern. Nicht wegen sinnlosem Rumradieren, sondern nur wegen dem Auskosten der geilen Beschleunigung. Werd wohl mal die Räder von hinten nach vorne durchtauschen.

Gewöhnungsbedürftig ist das Fahren mit Sperre aber dennoch. Die Haltekräfte beim Durchbeschleunigen auf unebener Fahrbahn steigen deutlich an. Bei Spurrillen beispielsweise sorgen ja beide Räder für Vortrieb und ziehen den Kleinen gnadenlos in diese Rillen hinein. Auch bei einem Überholvorgang bemerkt man den Unterschied, wenn die mittlere Fahrbahnmarkierung auch die höchste Stelle ist und dann beidseitig in Richtung Strassengraben abfällt. Zieht man zum Überholen mit Vollgas hinter einem Fahrzeug heraus und dann über die Fahrbahnmitte, dann zieht es den Kleinen plötzlich stärker in Richtung Gegengraben.

Das alles ist nicht übertrieben stark ausgeprägt, aber trotzdem deutlich spürbar. Mit Sperre ist es eben ein anderes Fahrverhalten geworden. Mit deutlich mehr Schub, aber auch spürbar grösseren Haltekräften auf miesen Strassen.

Richtig positiv bemerkbar macht sich übrigens der extra angefertigte Wasserkühler, der die Temperaturen gnadenlos im grünen Bereich hält. Selbst mehrminütige Fahrten oberhalb von 240 km/h lassen die Wassertemperatur auf vielleicht 90 Grad ansteigen. Und das mitten im Hochsommer! Selbst wenn man dann in einen Stau gerät (ist bereits vorgekommen, der tollen Megabaustelle auf der A1 sei dank), klettert die Temperatur nicht weiter nach oben, sondern wird von den beiden Lüftern sogar abgebaut. Der Umbau hat sich vollständig gelohnt! Somit steht nun auch länger andauernden Autobahnduellen nichts mehr im Wege, hehehe...

Sogar eine zwischenzeitliche Leckstelle im Kühlwassersystem konnte ich mit diesem Kühler einigermassen wegstecken, da er eben noch dermassen viel an Reserven bietet. Mit meinem alten GSi-Kühler (wenn es denn überhaupt einer war), hätte eine Undichtigkeit im Kühlwassersystem sicherlich einen sehr schnellen Motortod bedeutet. Allein, weil schon im Normalbetrieb bereits Kühlwassertemperaturen um die 100 Grad herrschten.

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Geschichten mit meinen Beifahrern
Ach ja, gelegentlich hatte ich dann auch mal den einen oder anderen Beifahrer dabei ;o) Ich werde diese Rubrik immer mal wieder erweitern, wenn eine lustige Geschichte hinzukommt!

Allererster Beifahrer überhaupt war meine Schwester, die im Grunde gar nicht genau wusste, in was sie da eigentlich einsteigt. Ich bin auch erst mit ihr ein bisschen rumgebummelt, wir haben gemeinsam über den doch recht grossen Lärm im Innenraum gelästert und dann, als die geschlossene Ortschaft und Tempo-70-Zone beendet war, ging es im vierten Gang voll raus! Hab den Gang bis 180 km/h gezogen und den 5. Gang mit Schub nachgelegt, bis ca. 230 auf der Uhr stand. Geht ja alles in wenigen Sekunden an einem vorbei. Dann wieder zügig runtergebremst auf rund 100 km/h und auf dem Beifahrersitz herrschte absolute Stille, beziehungsweise verkrampftes Festhalten am Gurt. Dasselbe Spielchen dann auf der kleinen Rundfahrt noch vier/fünfmal hingelegt und meine Schwester fragte, ob ich die Heizung an hätte :D

Nett auch meine Beifahrerin Nummer 2, ne nette Bekanntschaft aus dem Nachbarort. Sie wollte jedenfalls immer selber mal mit meinem Corsa ne Runde fahren, wenn er denn endlich fertig umgebaut ist. Das hab ich natürlich stets abgelehnt, aber sie sagte, dass sie ja auch schon mit dem Golf VR6 vom Nachbarn gefahren ist und ich mich doch nicht so anstellen soll....

Jedenfalls bin ich dann mal hin, eingeladen das Mädel und durch die Ortschaft gebummelt. Dabei ein bisschen Smalltalk nebenher über die lustigen Heul- und Zischgeräusche "da vorne" im Motorraum und dann ausserhalb der Ortschaft mal rausbeschleunigt... aber nur im 5. Gang und nicht mit Vollgas, sondern höchstens mit 0.5 bar, hehehehe.... da fing sie schon das Juchzen an :D Dann kamen Bahnschienen, runter auf 50 km/h, drüber im dritten Gang - und drauf aufs Gas! Der Kleine fliegt reifenqualmend die Strasse hoch, neben mir Geschrei... egal, vierter Gang und Kette, wieder verliert er kurz die Traktion, schiebt aber dann mächtig vorwärts. Dann hatte ich ein Einsehen mit dem völlig überforderten Haufen, der mal eine Beifahrerin darstellte... und benutzte den 5. Gang nur noch als Motorbremse.

Kann mich nicht mehr an alles erinnern, was dann als Sätze folgten, aber irgendwas von "schweissnassen Händen" und "Nee du, ich fahre doch lieber nicht damit" blieb mir so nach den rund 10 Minuten Corsa-Turbo-Karussell in Erinnerung, als ich sie wieder aussteigen lassen habe.

Bin mal gespannt, was demnächst wohl das Dorfgespräch Nummer 1 ist, hehe...

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Fahren im Alltag
So denn, die erste (und viel zu kurze) Saison ist erstmal vorbei und insgesamt muss ich sagen: Geiler geht es kaum! Und all denjenigen, die auch einen solchen Umbau manchmal gefrustet vor sich herschieben, sei gesagt: Allein die erste Ausfahrt macht allen eventuellen Ärger wieder vergessen.

Zur Zeit herrscht aber erstmal Winterpause. Rund 3500 Kilometer hab ich geschafft innerhalb der zwei Monaten und was man gut bemerkt, ist die erleichterte Schwungscheibe. Zum einen natürlich, weil "der Kleine" sehr gierig am Gas hängt. Andererseits benötigt man aber auch einen gefühlvolleren Gasfuss, um das aktuelle Tempo zu halten. Ein paar Millimeter das Gas durchtreten und sofort gibt es Schub, ein paar Millimeter vom Gas und sofort quittiert der Kleine es mit recht kräftiger (mehr als üblich) Motorbremse. Das bringt insgesamt ein doch recht nervöses Fahrverhalten für unerfahrene Fahrer.

Als Endgeschwindigkeit konnte ich 271 km/h auf dem Navigationsgerät erreichen, was laut Tacho knapp 290 km/h darstellt. Möglicherweise sind noch zwei oder drei km/h mehr drin, aber das ist vollkommen uninteressant. In solchen Bereichen ist man eh selten unterwegs. Viel schöner ist es, die krasse Beschleunigung auszukosten. In nur 14,1 Sekunden von Null auf 200 km/h ist immerhin eine Ansage, die sich vor hochwertigen Sportwagen nicht verstecken braucht. Zudem bin ich angenehm überrascht, wie gut der Corsa trotzwindiger Verhältnisse auch bei einem Tachowert von 270 km/h noch zu fahren ist.

Was ich noch nicht so richtig verkraftet habe, ist der Krach im Innenraum. Ich meine, okay, hört sich ja alles toll an, das Zischeln, das Turbinenpfeifen, das Auspuffgrollen... richtig genial sogar! Aber in jedem modernen Cabrio herrschen selbst bei offenem Verdeck deutlich (!) geringerer Lärm. Und das F28 6-Gang ist auch recht kurz übersetzt und bietet daher keine echte Geräuschreduzierung. Die Drehzahl (und somit die Geräuschkulisse) bleibt ständig hoch. Sich mit dem Beifahrer zu unterhalten ist nur deutlich über Zimmerlautstärke machbar. Und der Einbau einer Musikanlage (die noch in der Garage herumliegt) ergibt überhaupt keinen Sinn in dieser "Krawallbüchse". Bei Tempo 100 km/h auf der Landstrasse müsste man die Anlage schon deutlich über Normalniveau aufdrehen, um was davon mitzubekommen. Und ich höre keinesfalls Klassik!

Ich hab das aber nicht mit Absicht so gemacht. Mein Corsa ist eben nur ein vergleichsweise karges Vorface-Modell. Und die waren schon in Serie nahezu komplett ohne Dämmung ausgestattet. Die späteren Facelift-Modelle ab Mitte 1990 hatten dagegen sogar aufgeklebte Bitumenmatten hinterm Armaturenbrett und so. Davon fehlt in den Vorface-Modellen jede Spur! Auch deshalb sind die Vorface-Corsas beim Leergewicht immer zwischen 50 und 100 Kilogramm leichter, als die gleichmotorisierten Faceliftmodelle.

Das aktuelle Leergewicht meines Corsas weiss ich allerdings nicht (Nachtrag: Er wiegt vollgetankt 920 Kilo). Nur an Dämmung hat der Kleine inzwischen eigentlich gar nichts mehr, abgesehen vom dünnen Innenraumteppich. Rein optisch ist mein Corsa zwar eigentlich "Vollausstattung", also inklusive aller Türpappen, Dachhimmel und Kofferraumverkleidungen plus Hutablage. Aber sämtliche Serien-Bitumenmatten (waren ja eh nur zwei Stück) sind im Zuge der Rostsuche und Restaurierung ersatzlos entfernt worden. Und eine Dämmmatte im Motorraum/Spritzwand oder unter der Motorhaube sucht man vergebens.

Der Einbau einer Musikanlage brächte aber sicherlich etwas mehr Gewicht auf die Hinterachse und wäre vielleicht auch eine Möglichkeit, um das Fahrverhalten insgesamt zu stabilisieren. Zwar verhält sich der Corsa im Alltag absolut gutmütig, aber wenn man bei höherem Tempo gleichzeitig lenkt und abbremst, wird der Corsa doch deutlich nervös auf der Hinterachse - und neigt dann zum Übersteuern. Das ist natürlich vollkommen unerwünscht, wenn man z.B. ein Überholmanöver wegen näherkommenden Gegenverkehr abbrechen muss und sich dann bremsend wieder in die Fahrzeugschlange einordnen will. Man merkt dabei deutlich, wie die Hinterachse übersteuernd mitlenkt. Ein Slalomrennen gewinnt man damit definitiv nicht. Andererseits kann man aber trotzdem durch den Kreisverkehr holzen und Autobahnauffahrten hoch- und runterbrettern, bei denen sich die Beifahrer schon irgendwo festhalten müssen ;o)

Fahrerfahrungen nach dem ersten Jahr:

Absolut genial! Ich würde jederzeit wieder so einen Umbau haben wollen und hatte auch echt nur absolut geringfügige Mängel zu beklagen.

Ein ausgehängter Gaszug am Fusspedal, weil der in Serie beim Corsa A unten nur einfach eingehängt ist, aber ansonsten nicht weiter gesichert. Die Sache ist nun umgeändert auf die Technik vom Kadett E, wo die Einhängung nochmal mit einem Stift gesichert ist. Seitdem keine Probleme mehr.

Der Auspuff musste nochmal nachkorrigiert werden, weil er sich nach rund 2.000 Kilometern nochmal "gesetzt" hat und hinten an der Heckschürze schmorkelte. Aber das dürfte wohl normal sein, zumal die Auspuffanlage ja auch komplett aus Einzelstücken am Wagen angepasst und zusammengeschweisst wurde. Dass die sich nochmal leicht nachsetzt kann man kaum als Mangel ansehen. Ausserdem lag der Krümmer (Downpipe) auch zu dicht am Stabi an, was nervige Dröhngeräusche verursachte. Das ist nun auch behoben.

Zusätzlich kamen im Mitteltunnel nochmal hitzeabweisende Folien hinzu, weil man im Innenraum deutlich die abstrahlende Hitze bemerkte. Gerade bei sommerlichen Temperaturen ist es nicht so prima, wenn man auch noch zusätzlich vom Mitteltunnel angeheizt wird. Und das deutlich!! Nach Einbau des Hitzeschutzes wird der Tunnel nun gerade mal handwarm.

Auch den extra angefertigten Wasserkühler musste ich nochmal umpositionieren. Der war einfach zu dicht am Motor bzw. am Turbolader dran und durch die Lastwechsel zwischen Vollgas und Motorbremse wankt der Motor im engen Motorraum doch ein paar Zentimeter stärker hin und her, als vorher gedacht. Und auf die Dauer hin hat mir die Wasserzuleitung zum Turbolader dann ein kleines Loch in den Wasserkühler geklopft, was wieder zugelötet werden musste. Seitdem sitzt der Wasserkühler nochmal einige Zentimeter weiter vorne.

Auch die zwischenzeitliche Bastelei, den Wasseranschluss zwischen Thermostat und Wassserkühler über einen zweiteiligen Schlauch inklusive Rohrzwischenstück zu lösen, musste ich als Fehlkonstruktion anerkennen. Die Stelle wurde sehr schnell undicht und ist nach einiger Sucharbeit nach einem winkeltechnisch passenden Schlauch jetzt über ein einteiliges Schlauchstück gelöst worden.

Aber neben all den Kleinigkeiten will ich auch die Fahrleistungen nochmal hervorheben. Der Sprint von Null auf 100 km/h ist eigentlich kaum messbar, da der "Kleine" selbst bei Tempo 80 im dritten Gang noch durchdrehende Räder produziert, sobald der Turbolader einsetzt. Der Wert dürfte wohl um die 5 Sekunden liegen. Zwischen Tempo 100 und 200 km/h ist dann schon besser messbar - und dafür vergehen rund 9 Sekunden. Und das, obwohl ich bei Tempo 190 nochmal schalten muss. Ich finde diese 9 Sekunden durchaus beachtlich, wenn man in Autofachzeitschriften lesen muss, was hochkarätige Sportwagen benötigen....

Einige Beschleunigungsduelle habe ich inzwischen auch schon mit Motorrädern gehabt, die allesamt mit hochgestreckten Daumen ausgegangen sind. Überholt hatte mich niemand bei den (bislang drei) Duellen. Allerdings kenne ich mich mit Motorrädern auch überhaupt nicht aus und kann nicht mal eine Kawasaki von einer Honda unterscheiden, haha. Aber allein, dass die Jungs nur hinter bzw. neben mir bleiben konnten, statt lässig zu überholen, ist ja schon mal nicht so schlecht.

Auf der Autobahn zieht man ziemlich einsame Kreise. Jedenfalls ist mir bislang noch nichts begegnet, was mich "versägt" hätte. VW Golf R32 oder GTI sind eher Opfer und diese neueren Minis mit Rallyestreifen können nicht einmal im Ansatz mithalten. Ganz allgemein gesagt machen aber auch viel zu wenig Leute überhaupt Platz auf der linken Spur. Aber wer will es den Leuten auch verdenken, wenn sie vor einem mit 180 km/h herumjuckeln und nen Opel Kleinwagen im Nacken haben. Dass der Kleinwagen nochmal 100 km/h drauflegen könnte, kann ja keiner ahnen. Und im Grunde wollte ich es ja auch so mit meinem Umbau nahe der Serienoptik. Und Hand aufs Herz: Keine noch so monströse Frontschürze kann einem Corsa A ausreichendes Überholprestige vermitteln.

Diesbezüglich hat ein älterer BMW M5 mal Spass gemacht, weil er vorneweg fuhr. Dem haben alle die linke Spur geräumt und man konnte sich lässig dahinterklemmen. Ob der BMW-Fahrer das auch so lässig fand, dass er den kleinen Opel im Nacken nicht los wurde, weiss ich aber nicht.

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Das schreiben andere...
Eigentlich kann ich an dieser Stelle nur auf zwei Themen in unserem Forum verweisen:
Warum ich LET fahre und Corsa Turbo noch fahrbar?

 

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